Unser Schwerpunkt: Kunstpädagogik

Förderung von Phantasie, Kreativität und handwerklicher Geschicklichkeit
Zweimal monatlich treffen sich unsere Vorschüler zur Kunstwerkstatt. Seit Januar 2019 kooperieren wir dafür mit dem Edwin-Scharff-Museum. Wir gehen gemeinsam in Ausstellungen, betrachten Kunst, sprechen über Künstler und machen selbst Kunst. Wir experimentieren mit Farben, Werkstoffen und lassen unserer Kreativität freien Lauf
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...warum bieten wir eine Kunstwerkstatt für Vorschulkinder an?
Im Vorschulalter und im ersten Schuljahr befindet sich das Kind in einer einmaligen Entwicklungsphase, die in besonderem Maße von der Ausformung seiner Sinne und prägenden körperlichen Grunderfahrungen gekennzeichnet ist. In dieser Zeit werden die wichtigen Fundamente für das Vertrauen in die eigenen schöpferischen Kräfte und handwerklichen, manuellen Fertigkeiten gelegt.

Die große Intensität frühkindlicher Sinneseindrücke zeigt sich zum Beispiel darin, dass zwischen dem vierten und siebten Lebensjahr das Farbempfinden so feinsinnig ist, wie in keiner späteren Lebensphase mehr. Wo Erwachsene etwa nur (noch) „Blau“ sehen, nehmen die Kinder viele Blaunuancen wahr. All ihre Sinne stehen weit offen und suchen nach Nahrung. Als „Pforten zur Welt“ liefern sie dem Kind entscheidende Informationen über seine Lebenswelt. Mit ihnen erforscht und erfährt es seinen Alltag und die Phänomene dieser Welt -mit all ihren „rätselhaften“ Bestandteilen, sozialen Erlebnissen und physikalischen Erscheinungen.

In diesem Alter ergreift und begreift das Kind in einem kaum vorstellbaren Umfang und im wahrsten Sinne des Wortes das Leben. Die neuere Hirnforschung belegt eindrucksvoll, wie vielfältige Anregungen und Herausforderungen, im Gehirn zu einer wachsenden Zahl von „Verschaltungen“ führen – das elementare Netzwerk des Denkens und Erinnerns. Es formen sich Erfahrungs- und Wissenspotentiale, die dem Kind sein ganzes späteres Leben nutzbringend zur Verfügung stehen werden. In enger wechselseitiger Beziehung zu den sinnlichen Erfahrungen, steht die für Vorschulkinder typische natürliche Neugierde, aus der heraus ein großer Forschungs- und Tatendrang erwächst, denn das Kind will in diese Welt hineinwachsen. Auch das kindliche Mitteilungs-, Ausdrucks- und Kommunikationsbedürfnis spielen dabei eine wichtige Rolle. Gewonnene Eindrücke erfahren im Ausdruck des künstlerischen Tuns bzw. im kreativen Spiel ihre Klärung, ihre Bedeutung, Bewertung und Festigung.

Gerade die Felder des künstlerisch orientierten Tuns, so wie sie in der Ästhetischen Früherziehung gefördert werden, eignen sich besonders als universelle Lernfelder. Mit ihren fast unbegrenzten Möglichkeiten lassen sich, wie mit einem Generalschlüssel, viele neue Welten erschließen. Die Aufgabe der Kunstwerkstatt für Vorschulkinder besteht in der sogenannten Ästhetischen Früherziehung. Diese fördert mit interessanten Aufgabenstellungen eine altersgemäße Sinnes-, Wahrnehmungs- und Ausdrucksentwicklung. Sie bietet den Kindern, im Alter zwischen 5 und 6 Jahren eine Unterstützung ihrer schöpferischen Kräfte.

Hier lernen die Kinder spielerisch auch einen gefahrlosen und fachgerechten Umgang mit Materialien, Werkzeugen und Techniken kennen.

Neben dem Miteinander in unserer Kindertagesstätte, ist immer auch der Erhalt des individuellen Gestaltungsraumes wichtig. Dieser ermutigt und fördert das Kind, eigene Ausdrucksformen für seine Vorstellungen, inneren Bilder und Erfahrungen zu (er)finden: ohne Zeitdruck, Schablonen, unnötiges Hineinreden oder Zensuren.

So sind nicht allein die bildnerischen Ergebnisse ausschlaggebend, sondern vor allem auch der gelungene Prozess des Schaffens, in dem jedes Kind sein vorhandenes schöpferisches Potential (weiter)entwickelt: durch Entdecken, Staunen, Erfinden, Erfahren, Tun.